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Internet per FTTH (Fibre to the Home Anschluss) - Was ist das?

FTTH bedeutet "Fibre to-the-home", also die Verlegung eines Glasfasernetzes bis in die Wohnung des Endnutzers. Die Lichtwellen, mit denen Daten im Internet übertragen werden, gelangen damit mit Gigabit-Geschwindigkeit zum Teilnehmer. Die Leitungen werden in der Wohnung auf die normale optische Telekommunikationssteckdose OTO geführt und von dort mit dem Router verbunden.

Einführung von FTTH Internet

Die ersten Endnutzer, die FTTH experimentell zur Verfügung gestellt bekamen, waren im Sommer 2010 einige Haushalte in Dresden, Hamburg, Henningsdorf und Braunschweig. Der Unterschied ist deutlich spürbar, inzwischen wird erwogen, die Technologie flächendeckend einzuführen, was allerdings erhebliche Investitionen voraussetzt. Denn bislang wird zwar das Internet prinzipiell über Glasfasernetze übertragen, die letzten Meter zum Anschluss (meist einige Dutzend bis einige Hundert Meter, die sogenannte letzte Meile) laufen die Daten durch Kupferleitungen - das Glasfasernetz endet zumeist am Verteilerkasten (Fibre to-the-cabinet). Damit ist die Geschwindigkeit im Netz auf maximal 50 MBit/s limitiert, das wäre der VDSL-Anschluss der Telekom. Auch dieser ist längst nicht überall verfügbar, nicht einmal der 16-MB-Anschluss. Selbst wer einen solchen Datentarif bei einem der großen deutschen Anbieter gebucht hat, muss beim DSL-Check feststellen, dass er selten mehr als 7 bis 8 MBit/s im Download erreichen kann.

Bedarf an Internet per FTTH in Deutschland wächst

Ob und wie schnell FTTH ausgebaut wird, dürfte eine Kostenfrage sein. Es ist enorm teuer, Glasfaserkabel in einzelne Häuser und Wohnungen zu verlegen, der Nutzen ist dennoch gigantisch. Denn Verbindungen mit 1 GB/s wären zwanzig Mal schneller als das Schnellste, das der Markt im Jahr 2011 kennt: die VDSL-Verbindungen und die gegenwärtig schnellsten LTE-Verbindungen mit jeweils 50 MBit/s. LTE ist nun ebenfalls im Sommer 2011 gestartet, und es dürfte eventuell preiswerter auszubauen sein als Glasfaserleitungen. Letzten Endes entscheiden das auch die Kunden. Der Bedarf an schnellen Leitungen wächst in jedem Fall. HDTV, IPTV, Video on Demand und Highspeed Internet schlucken große Datenmengen und machen erst richtig Freude, wenn diese riesigen Datenpakete ruckelfrei übertragen werden. Daher testeten die Telekom und Kabel Deutschland seit 2010 die Technologie FTTH. Sie würde vorerst LTE überflügeln, dem man zwar in Zukunft um 600 MBit/s zutraut, gegenwärtig aber die Grenze bescheiden bei 50 bis 100 MBit/s zieht (zum Vergleich: Die ersten LTE-Tarife begnügen sich mit Angeboten um 7 MBit/s). Experten in den Zentralen der Telekommunikationsanbieter schätzen allerdings ein, dass sich der Datenverkehr bis 2013 gegenüber 2011 nochmals vervierfachen könnte.